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Dana von Suffrin

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Dana von Suffrin
Dana von Suffrin
Rudi Hurzlmeier und Dana von Suffrin beim Ernst Hoferichter-Preis 2020
Rudi Hurzlmeier und Dana von Suffrin beim Ernst Hoferichter-Preis 2020

Dana von Suffrin (* 1985 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin und Historikerin. Ihr 2019 veröffentlichter Debütroman Otto erhielt bis zum Herbst 2020 sechs Literaturpreise. Dana von Suffrin lebt in München.

Leben

Dana Suffrin wuchs in München auf und studierte von 2004 bis 2012 Politikwissenschaft, Jüdische Geschichte und Kultur sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in München, Neapel und – mit einem Stipendium der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit – in Jerusalem. 2017 promovierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Thema Pflanzen für Palästina! Naturwissenschaften im Jischuw, 1900-1930. Die Dissertation beschäftigt sich mit dem deutschen Botaniker Otto Warburg, der um 1900 Pionierarbeit in Palästina (Region) leistete, um dort das Entstehen der jüdischen Nation vorzubereiten.[1] Suffrin ist derzeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin der DFG-Forschergruppe "Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften" am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[2]

Literarisches Schaffen

Nur wenige Tage nach Veröffentlichung ihres Debüts Otto erschien in der Süddeutschen Zeitung eine ausführliche Rezension[3] von Felix Stephan, die hervorhob, der Roman sei „zugleich sehr lustig und wahnsinnig traurig“. Otto, die Hauptfigur ist ein Jude aus Siebenbürgen, der in München lebt und im letzten Abschnitt seines Lebens angekommen ist. Dass eine seiner beiden Töchter die Autorin selbst ist, wird nicht verheimlicht. Wie viel von einer älteren Generation, zumal einer, die so vieles Schweres erleben musste, auf die Kinder übergeht, ist eines der Themen des Buches. Aber es sei auch die besondere Sprache, etwa eine besondere Satzmelodie, die den Anschein erweckt, als entstammte sie „direkt der jiddischen Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“, merkt Felix Stephan an. Tatsächlich benennt Dana von Suffrin im Artikel osteuropäische, Ende des 19. Jahrhunderts nach New York immigrierte Poeten als wichtige Inspirationsquellen. Suffrin erhielt bislang sechs Auszeichnungen für ihren Roman. Die Jurybegründung des Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur nennt als Qualitäten der Autorin, dass sie „in der komplizierten, fragmentarischen Familiengeschichte“ nicht nur ihrem Vater, „einem tyrannischen jüdischen Siebenbürger, ein unsentimentales Denkmal“ setze. Sie verknüpfe mit schwarzem Humor auch so unterschiedliche Themen wie „dysfunktionale Familien, jüdisches Leben in München, Alter und Krankheit.“[4]

Werke

  • Pflanzen für Palästina: Otto Warburg und die Naturwissenschaften im Jischuw (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts) (Deutsch), Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2019, ISBN 978-3161568169.
  • Otto (Roman), Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019, ISBN 978-3462052572.
  • Otto (Hörspiel), Regie: Stefanie Ramb, Bayerischer Rundfunk 2021.
  • Gurren und Picken. Maxim Biller im Kopf von Bruno Schulz. In: Im Kopf von Maxim Biller. Essays zum Werk, hg. von Kai Sina. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2020, S. 143–147.
  • Los der Dinge (Erzählung). In: Aspekte 1/20, hg. von Kristof Magnusson. München: Hanser 2020.
  • A Jewish family and its stories (übersetzt von Jen Calleja). In: Brixton Review of Books 7/2020.
  • Lucian (Erzählung). In: Neue Schule, hg. von Leander Steinkopf. Berlin: Ullstein 2021, S. 195–218.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Dana von Suffrin: Pflanzen für Palästina: Otto Warburg und die Naturwissenschaften im Jischuw (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts), Verlag Mohr Siebeck, Tübingen 2019
  2. https://www.gn.geschichte.uni-muenchen.de/personen/mitarbeiter_wg/suffrin/cv_dvs/index.html
  3. Felix Stephan: Manchmal bringen einen die Christen um. In: Süddeutsche Zeitung vom 24. August 2019, S. 18.
  4. Barbara Hordych: Literaturpreise des Freistaats. In: Süddeutsche Zeitung. 20. September 2020, abgerufen am 20. März 2021.
  5. Dana von Suffrin – Preisträgerin 2018/2019. Abgerufen am 1. November 2020.
  6. Dana von Suffrin gewinnt Kühne-Preis, Meldung auf Börsenblatt.net vom 25. September 2019, abgerufen am 10. Oktober 2019.
  7. Ernst Hoferichter-Preis. Abgerufen am 22. September 2020.
  8. Antje Weber: Aussichten in ungewissen Zeiten. Im Münchner Literaturhaus ist erstmals der Doppelfeld-Preis für literarische Debüts vergeben worden. In: Süddeutsche Zeitung vom 10 September 2020, S. 73
  9. Barbara Hordych: Literaturpreise des Freistaats, in: Süddeutsche Zeitung vom 21. September 2020
  10. Verleihung des Hölderlinpreises der Stadt Bad Homburg, hoelderlin2020.de, abgerufen am 1. November 2020.
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