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Datenträger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Datenträger (englisch data medium) ist ein Speichermedium zur Speicherung von Daten oder Informationen.

Allgemeines

Der Begriff des Datenträgers entstand erst im Zeitalter der Informationstechnologie, deren Aufgabe auch darin bestand, digitale Daten zu erfassen, zu speichern und wiederzugeben. Es gab jedoch bereits zuvor (analoge) Datenträger wie die Schallplatte oder das Tonband, doch wurden sie früher nicht als Datenträger bezeichnet.

Gespeichert werden analoge oder digitale Daten, für die es unterschiedliche Datenträger gibt. Häufig wird der Begriff des Datenträgers jedoch in der Informationstechnik benutzt, wo ausschließlich digitale Daten zu speichern sind. Datenträger sind „alle Medien, auf denen Daten zum Zwecke der Verarbeitung in einer durch maschinelle Hilfsmittel lesbaren und ausdeutbaren Form niedergelegt werden können“ (DIN 44300; jetzt: ISO/IEC 2382).[1] Datenträger dienen zur Speicherung, Bereitstellung und zum Abruf (auf Wiedergabegeräten) von digitalen Daten und sind Gegenstand des Datenträgeraustauschs und der Datenträgerversicherung.[2] Analoge Datenträger sind im Sinne der digitalen Datenverarbeitung Klarschriftdatenträger, die in maschinenlesbare Datenträger umgewandelt werden können.[3]

Arten

Allgemein ist zu unterscheiden zwischen analogen und digitalen Datenträgern:

Analoge Datenträger können transiente (flüchtige, nicht dauerhaft lesbare) Daten enthalten, im Falle maschinenlesbarer Daten durch Digitalisierung jedoch zu persistenten (dauerhaften) Daten werden. Belege sind jede Art von Datenträger, die schriftliche und/oder graphische Nachrichten oder Zeichen aufnehmen mit Ausnahme der in der Datenverarbeitung verwendeten Datenträger.[5]

Digitale Datenträger können auch nach ihrer Sortierfähigkeit eingeteilt werden:

Die Auswahl des richtigen Datenträgers richtet sich nach der zu speichernden Datenmenge, der Eingabegeschwindigkeit, dem Platzbedarf bei der Archivierung, der Wiederverwendbarkeit des Datenträgers sowie den Kosten des Datenträgers und seines Datenerfassungsgerätes.[6]

Unterschieden wird zudem zwischen Permanentspeichermedien zur dauerhaften (persistenten) Speicherung von Informationen und flüchtigen (transiente) Speichermedien, deren Informationen verloren gehen, wenn sie nicht aufgefrischt werden, sie nicht licht- oder witterungsbeständig sind oder wenn der Strom abgeschaltet wird.

Eine weitere Unterscheidung gibt es für interne Datenträger innerhalb eines Computers wie beispielsweise Festplatten und externe Datenträger, die vom Computer gelesen werden müssen.

Spezifische Datenträger sind die Bildträger und Tonträger:

Heute verwendete Bild- und Tonträger werden wie folgt unterteilt:

Analog/digital Bildträger Tonträger
analog Bildplatten, Diapositive, Filme (Filmrolle, Mikrofilm, Stummfilm,
Tonfilm), Filmstreifen (Mikroform, fotografischer Film), Fotos,
Gemälde, Magnetaufzeichnung, Videokassetten, Zeichnungen
Musikkassetten, Schallplatten (Singles, Langspielplatten),
Tonbänder
digital Blu-ray Disc, CD-ROM, Chipkarten, DVD Chipkarten, Compact Disks, Festplatten, MiniDiscs, SD-Karten

Tonfilme gehören zu den Bildträgern, weil die optischen Merkmale überwiegen.

Nichttechnische historische Datenträger

Der Mensch kann Informationen oder Nachrichten von Hand auf oder mit Hilfe eines Trägermaterials speichern. Sie sind daher ohne technische Vermittlung direkt wieder lesbar. Die Speicherung erfolgt ohne technische Vermittlung, abgesehen von einfachen Hilfsmitteln zum Führen mit der Hand wie Schreibgerät, Meißel oder Pinsel. Alle festen Materialien können Träger von Zeichen, Schriften und Bildern sein, insbesondere:

Berühmte historische Beispiele sind: Teppich von Bayeux, Höhlenmalerei, Bilderschrift (wie Quipu), Abydos-Hieroglyphen und Schriftrollen vom Toten Meer. Ein berühmter historischer Datenträger waren die Zehn Gebote auf zwei steinernen und beidseitig beschriebenen Tafeln, die Gott dem Mose auf dem Berg Sinai übergeben hat (Ex 32,15–19 EU).

Prozesse

Datenträger entstehen durch Datenerfassung (Schreiben auf Papier, Malen oder Zeichnen oder Eingabe in den Computer), können auf dem Trägermedium gespeichert werden (Datenspeicherung) und können vom Absender zum Empfänger durch Datenfernübertragung transportiert werden.[7] Daten müssen am Ort des Datenanfalls erzeugbar oder beschreibbar und am Ort der Datenverarbeitung lesbar sein. Daraus folgt, dass es einerseits Geräte geben muss, welche die Datenträger beschreiben (Schreibgeräte auf Papier, Belegleser für digitale Bearbeitung) und andererseits Wiedergabegeräte, die diese Daten lesen (unter anderem Personal Computer) können.[8] Dabei müssen beide Seiten dasselbe Kodierungsschema verwenden (Texterkennung).

Rechtsfragen

Der Begriff des Datenträgers ist auch ein Rechtsbegriff. Nach § 126b Abs. 2 BGB ist der dauerhafte Datenträger jedes Medium, das es dem Empfänger ermöglicht, eine auf dem Datenträger befindliche, an ihn persönlich gerichtete Erklärung so aufzubewahren oder zu speichern, dass sie ihm während eines für ihren Zweck angemessenen Zeitraums zugänglich ist, und geeignet ist, die Erklärung unverändert wiederzugeben. Andere Gesetze greifen den Begriff ebenfalls auf, wenn es um die Aufbewahrungspflicht oder Speicherung von Daten jeder Art geht. Das Handelsgesetzbuch (HGB) räumt ausdrücklich die Möglichkeit ein, die Buchführung über Datenträger („Speicherbuchführung“)[9] vorzunehmen (§ 239 Abs. 4 HGB).[10]

Strafrechtlich werden Bild- und Tonträger zusammengefasst (§ 11 Abs. 3 StGB) „unter Berücksichtigung der neueren technischen Entwicklung“.[11] Auch § 16 Abs. 2 UrhG fasst die beiden Datenträger zusammen.

Abgrenzung

Datenspeicher und Datenträger werden manchmal als Synonyme angesehen, beide sind jedoch voneinander zu unterscheiden. Der Datenspeicher (englisch data memory) ist ein Element der Zentraleinheit eines Computers, das aus einer Vielzahl von Speicherzellen besteht und Arbeitsspeicher, Schnellspeicher und Register umfasst.[12] Zur Unterscheidung von den in Computern eingebauten Festplatten werden die transportablen Datenträger auch Wechseldatenträger genannt.

Einzelnachweise

  1. Peter Müller (Hrsg.), Datenverarbeitungs-Lexikon, 1976, S. 85
  2. Peter Koch (Hrsg.), Gabler Versicherungs-Lexikon, 1994, S. 207
  3. K Eckert, Datenträger, in: Hans-Jochen Schneider (Hrsg.), Lexikon Informatik und Datenverarbeitung, 1998, S. 212 f.
  4. Eugen Ehmann, Lexikon für das IT-Recht, 2016, S. 136
  5. Dieter S. Koreimann, Lexikon der angewandten Datenverarbeitung, 1977, S. 31
  6. Peter Müller (Hrsg.), Datenverarbeitungs-Lexikon, 1976, S. 86
  7. K Eckert, Datenträger, in: Hans-Jochen Schneider (Hrsg.), Lexikon Informatik und Datenverarbeitung, 1998, S. 212
  8. Peter Mertens (Hrsg.), Lexikon der Wirtschaftsinformatik, 1990, S. 127
  9. Grundsätze ordnungsmäßiger Speicherbuchführung (GoS) vom 5. Juli 1978 (BMF IV A 7 – S 0316 – 7/78), BStBl. I S. 250
  10. Peter Koch (Hrsg.), Gabler Versicherungs-Lexikon, 1994, S. 177
  11. BT-Drs. 7/550 vom 11. Mai 1973, Entwurf eines Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch (EGStGB), S. 211
  12. Peter Müller (Hrsg.), Datenverarbeitungs-Lexikon, 1976, S. 85
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