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Die neuen Herren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Film
Deutscher Titel Die neuen Herren
Die Freundin des Ministers
Originaltitel Les Nouveaux Messieurs
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1929
Länge 123 Minuten
Stab
Regie Jacques Feyder
Drehbuch Francis de Croisset
Jacques Feyder
Charles Spaak
nach dem gleichnamigen Stück von Robert de Flers und Francis de Croisset
Produktion Films Albatros und Sequana Films
Kamera Georges Périnal
Maurice Desfassiaux
Besetzung
  • Albert Préjean: Jacques Gaillac
  • Gaby Morlay: Suzanne Verrier
  • Henry Roussel: Graf de Montoire-Grandpré
  • Guy Ferrant: der Journalist
  • Gustave Hamilton: der Amtsdiener
  • Léon Arvel: der Präsident
  • Raymond Narlay: der Kabinettschef
  • Charles Barrois: der Theaterdirektor
  • Henry Valbel: Morin
  • Georges Deneubourg: de Courcieux
  • Andrée Canti: Julie

Die neuen Herren, in Deutschland auch unter dem Titel Die Freundin des Ministers verliehen (Originaltitel: Les Nouveaux Messieurs), ist eine französische Politiker- und Gesellschaftssatire aus dem Jahre 1929 von Jacques Feyder mit Albert Préjean in der Hauptrolle.

Handlung

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge Elektriker Jacques Gaillac, der seinem Handwerk an der Pariser Staatsoper nachkommt. Seine ganze Zuneigung gilt der ebenso hübschen wie klugen Tänzerin Suzanne Verrier, die wiederum in dem politisch einflussreichen Grafen de Montoire-Grandpré, einem Förderer anderer Leute und Strippenzieher im Hintergrund einen mächtigen Verehrer hat. Die Zeiten in Frankreich sind unruhig, und ein Streik bei den Verkehrsbetrieben lähmt das Leben auf den Pariser Straßen. Als Gewerkschaftsfunktionär ist Gaillac sehr daran interessiert, die Rechte der einfachen Arbeiter zu stärken und durchzusetzen. Mit seiner entschlossenen, kämpferischen Art macht er auch die Stadtoberen auf sich aufmerksam. Schließlich erringt er einen entscheidenden Erfolg bei seinem Kampf um Arbeiterrechte.

Die Gewerkschaft will, dass er als einer der ihren in die Politik geht, und Jacques Gaillac wird als Abgeordneter in die Nationalversammlung gewählt. Schließlich ernennt man den strebsamen Politiknovizen sogar zum Minister. Suzanne ist von dem rasanten Aufstieg ihres Verehrers mehr als beeindruckt, doch dieser Höhenflug bekommt Gaillac charakterlich überhaupt nicht gut. Die Macht steigt ihm zu Kopf, und Jacques, der die Bodenhaftung und den Kontakt zu seinen Wurzeln verliert, droht genau wie all seine Vorgänger zu werden, die sich nur dem Vergnügen hingeben und dem eigenen, politischen Nutzen dienen, anstatt sich ernsthaft um die Belange des einfachen Volkes zu kümmern. Aus dem politischen Höhenflug droht Größenwahn zu werden. Mit seinem Verhalten setzt Gaillac schließlich sogar die Liebe zu Suzanne aufs Spiel.

Produktionsnotizen

Die neuen Herren wurde am 5. April 1929 in Paris uraufgeführt. In Deutschland konnte man den Film zu Beginn des darauf folgenden Jahres erstmals sehen. Nach dem Krieg wurde in Deutschland dieser Film erstmals am 29. Mai 2012 auf ARTE gezeigt.

Die Bauten entwarf Lazare Meerson. Der zur Drehzeit 22-jährige Marcel Carné, später einer der bedeutendsten Filmregisseure (Kinder des Olymp) seines Landes, gab hier sein Filmdebüt als Kameraassistent.

Der 1928 gedrehte Film wurde bei seiner Bereitstellung für den Kinoeinsatz zum Jahresanfang 1929 mit erheblichen Problemen konfrontiert. Staatliche Stellen sahen die Würde des Parlamentarismus und die der Politiker und Abgeordneten angegriffen und forderten erhebliche Schnitte an Die neuen Herren. Bis dahin blieb der Film indiziert.[1][2] Kritisiert wurde vor allem eine Prügelszene in der Abgeordnetenkammer sowie die Szene der Einweihung einer Arbeitersiedlung, die der Minister im Eiltempo vollzieht, da er unbedingt einem Rendezvous mit einer auf ihn wartenden, schönen Frau nachkommen möchte. Ebenfalls auf staatliche Ablehnung stieß eine Sequenz, in der ein Parlamentarier einschläft und träumt, dass die Kammer zu einem Saal mit leicht bekleideten Tänzerinnen wird.[3] Diese Querelen mit der Zensur führten dazu, dass Feyder Frankreich den Rücken zukehrte, ein Angebot aus den USA annahm und noch im selben Jahr in Hollywood mit Greta Garbo beider letzter Stummfilm Der Kuß drehte.

Kritiken

„Die extreme Linke sah darin eine Satire auf die Verräterei, die sie brandmarkte, und nahm "Les nouveaux Messieurs" (Die neuen Herren) gut auf. Aber die Zensur entdeckte eine gefährliche Attacke gegen den Parlamentarismus in dem Traum eines Abgeordneten, durch den das Palais Bourbon von kurzgeschürzten Tänzerinnen bevölkert wird.“

Georges Sadoul: Geschichte der Filmkunst, S. 203. Wien 1957

„[Der Film] ironisierte die parlamentarischen Konventionen und den bourgeoisen Lebensstil der Gewerkschaftsfunktionäre und den Prozeß ihrer Verbürgerlichung. (…) Auf der Bühne war diese Komödie nur ein konventionelles Amüsement. Der Film setzte schärfere Akzente. Feyder attackierte die ganze Verlogenheit des bürgerlichen Parlamentarismus und beunruhigte damit die betroffenen Personen und Instanzen.“

Jerzy Toeplitz: Geschichte des Films, Band 1, 1895-1928, Ostberlin 1972, S. 465

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Der Stummfilm sorgte für lange Auseinandersetzungen mit der französischen Regierung. Bei aller gesellschaftspolitischen Ernsthaftigkeit überzeugt er durch inszenatorische Leichtigkeit und gedankliche Tiefe zugleich.“[4]

„Auf satirische Weise greift Feyder in seinem Film nicht nur die Blindheit und Korruption der Arbeiterklasse oder Gewerkschaftsbewegung an, sondern auch das gesellschaftliche und politische System, das bei geringen Veränderungen doch stets dasselbe bleibt. Die parlamentarischen Konventionen und der bourgeoise Lebensstil der Gewerkschaftsfunktionäre, ihr Prozess der Verbürgerlichung werden gekonnt ironisiert. Ironische Satire und romantische Komödie stehen in ständigem Wechsel und verleihen dem Stummfilm Leichtigkeit und Esprit.“

"Die neuen Herren" auf arte.tv

DVD-Veröffentlichung

  • Les Nouveaux Messieurs ist enthalten in: David Shepard, Jeffrey Masino (Hrsg.): French Masterworks: Russian Émigrés in Paris 1923-1929. Five Iconic Films Albatros Productions (5-Disc DVD Collection). Flicker Alley, Los Angeles 2013, ISBN 1-893967-65-4. (Restaurierte Fassung, Musik kompiliert von Antonio Coppola, französische Zwischentitel mit optionalen englischen Untertiteln, Region 0)

Einzelnachweise

  1. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 665, (Biografie: Jacques Feyder).
  2. vgl. dazu Georges Sadoul: Geschichte der Filmkunst, S. 203. Wien 1957
  3. vgl. Geschichte des Films, Band 1 1895-1928. S. 465.
  4. Die neuen Herren. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 11. Dezember 2015.
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